Unterrichtsausschluss wegen Beleidigung - Fall des Monats 01/2016

Veröffentlicht am 01.01.2016

Beleidigt ein Schüler die Schulleiterin in einem Chat, so ist es gerechtfertigt, ihn 15 Tage lang vom Unterricht auszuschließen. Das beschloss das Verwaltungsgericht Stuttgart und lehnte damit auch gleichzeitig einen Eilantrag gegen den Schulausschluss eines 14-Jährigen ab.

Entscheidung im Fall des Monats Januar 2016

Und das zu recht, wie das Verwaltungsgericht Stuttgart beschloss. Denn durch solch drastische Aussagen habe der Schüler die Persönlichkeitsrechte der Schulleiterin verletzt und den Schulfrieden erheblich gestört. Um letzteren zu bewahren, sei ein Schulausschluss auch in dieser Länge die richtige Konsequenz. Zumal dies nicht der erste verbale Ausfall des Jungen war. Bereits im April desselben Jahres beschimpfte er eine Aufsichtsperson während der Mittagspause ähnlich. "Das kann und muss sich eine Schule oder Schulleiterin nicht gefallen lassen", weiß Rechtsanwältin Jetta Kasper. "Der Ausschluss vom Unterricht ist auch in dieser Länge daher absolut vertretbar."

Auch ansonsten spreche das Klassenbuch im Bezug auf den 14-Jährigen bereits seit der fünften Klasse eine deutliche Sprache. So provoziere er gerne und erscheine nicht zum Nachsitzen. Dass der Teenager die Beleidigungen nicht selbst geschrieben habe, erscheine gerade im Hinblick auf seine Klassenbuchhistorie unglaubwürdig. Daher sei die Strafe der Schule angemessen.


Kommentare zu diesem Artikel

Keine Kommentare gefunden!

Bitte melden Sie sich an, um einen Kommentar zu schreiben.

Portrait von Deutsche Anwaltshotline Deutsche Anwaltshotline

Die Deutsche Anwaltshotline berichtet seit Juli 2013 in der Rubrik "Fall des Monats" über schul- und unterrichtsrelevante Fälle aus deutschen Gerichten.

weitere Beiträge des Autors

Frei nutzbares Material
Die von Lehrer-Online angebotenen Materialien können frei für den Unterricht genutzt und an die eigene Zielgruppe angepasst werden.

In Kooperation mit

Der "Fall des Monats" wird angeboten in Zusammenarbeit mit der Deutschen Anwaltshotline.

*inkl. 19% MwSt aus dem Festnetz der Deutschen Telekom; ggf. abweichende Preise aus Mobilfunknetzen.