Versetzung einer Schülerin in die Parallelklasse rechtmäßig - Fall des Monats 08/2017

Eine Schülerin der zweiten Klasse darf von der Schule in eine andere Schulklasse derselben Jahrgangsstufe versetzt werden, auch wenn die Eltern damit nicht einverstanden sind. Vorausgesetzt die Schule hat bei der Zusammenstellung der neuen Klasse ausreichend nach Leistungsvermögen und Sprachkenntnissen differenziert, beschloss das Verwaltungsgericht Hannover (Az. 6 B 5376/17).

Beschreibung

Geklagt hatten die Eltern einer Schülerin der zweiten Klasse. In der ersten Klasse existierten an der Schule noch lediglich zwei verschiedene Klassen mit jeweils 26 Schülerinnen und Schülern. Als dieser Jahrgang nun in die zweite Klasse vorrückte, kamen weitere Kinder hinzu und die Schule entschied sich eine dritte Klasse einzuführen. Diese setzte sich aus neuen Schülern und einigen aus den bereits bestehenden beiden zusammen. Zu den versetzten Schülerinnen gehörte auch die Tochter der klagenden Eltern. Diese waren mit der Versetzung unzufrieden, da sie das Leistungsniveau der neuen Klasse als zu niedrig einstuften und den hohen Migrantenanteil bemängelten. Die Schule argumentierte, sie habe eine angemessene Mischung aus leistungsstarken und leistungsschwachen Schülern berücksichtigt und nahezu alle Kinder hätten die deutsche Staatsangehörigkeit. Das besänftigte die Eltern aber nicht und der Fall ging vor Gericht.

Die Entscheidung des Gerichts

Das Verwaltungsgericht Hannover stellte sich nun auf die Seite der Schule. Diese habe rechtmäßig und auch verfassungsrechtlich einwandfrei gehandelt. Anderes sei erst dann der Fall, wenn die Entwicklung der Tochter beeinträchtigt werden könnte. Auch ein Migrationshintergrund einiger Schüler in der neuen Klasse sei irrelevant, so das Gericht. Denn das lasse weder auf ein niedriges Leistungsniveau noch auf mangelnde Sprachkenntnisse schließen. Die Schule habe zudem nachweislich darauf geachtet, dass die Anzahl von leistungsstarken und –schwachen Kindern ausgewogen ist. Auch die bemängelten Sprachdefizite seien letztendlich nur bei einem Kind vorhanden. Somit sei der Klassenwechsel rechtlich unbedenklich.

Noch mehr Fälle des Monats

In Kooperation mit

Deutsche Anwaltshotline

Der "Fall des Monats" wird angeboten in Zusammenarbeit mit der Deutschen Anwaltshotline.