Keine Eignung als Lehrer wegen Schwarzfahrens - Fall des Monats 05/2017

Wird ein angehender Lehrer beim Schwarzfahren erwischt und versucht er dann, sich mit einer abgelaufenen Fahrkarte vor einer Geldstrafe zu drücken, so ist das versuchter Betrug. Eine bereits zugesicherte Stelle darf ihm deshalb auch wieder verweigert werden, urteilte das Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg (Az. 2 Sa 122/17).

Beschreibung

Kontrolleure erwischten den angehenden Lehrer beim Schwarzfahren. Er zeigte daraufhin eine bereits abgelaufene Fahrkarte vor und versuchte so, einer möglichen Bestrafung zu entgehen. Die Kontrolleure ließen sich dadurch aber nicht täuschen und der Mann wurde zu einer Geldstrafe von 30 Tagessätzen wegen versuchten Betrugs verurteilt. Ans Licht kam der Vorfall, als das erweiterte Führungszeugnis des Mannes überprüft wurde. Dort befand sich der Strafbefehl und der Mann verlor seine bereits zugesicherte Arbeitsstelle wieder. Das wollte er allerdings nicht auf sich sitzen lassen und ging vor Gericht.

Die Entscheidung des Gerichts

Das Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg aber sah den Fall ähnlich wie die beklagte Behörde und bestätigte die Entscheidung, dem Lehrer die Stelle wieder zu entziehen. Denn er habe durch seinen Betrugsversuch bewiesen, dass er nicht über die charakterliche Eignung verfügt, um als Lehrer und damit auch als Vorbild arbeiten zu können. Ein Strafbefehl wie dieser wird nach drei Jahren aus dem Führungszeugnis gelöscht. So lange wird dem Lehrer dieser Makel anhaften.

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