Geld fürs Arbeitszimmer? - Fall des Monats 01/2014

Ausgaben für das notwendige "Homeoffice" können Lehrerinnen und Lehrer zwar von der Steuer absetzen, eine gesonderte Aufwandsentschädigung muss der Dienstherr dafür aber nicht zahlen. So hat das Bundesverwaltungsgericht entschieden und wies mehrere Klagen beamteter Lehrer ab.

Beschreibung

In drei Verfahren stritten Lehrer von niedersächsischen Gymnasien, um Aufwendungen für das häusliche Arbeitszimmer erstattet zu bekommen. Die Kosten dafür würden nicht von ihrem Gehalt gedeckt. Dennoch müssten sie auch von zu Hause aus arbeiten, da in der Schule für Lehrerinnen und Lehrer keine kompletten Arbeitsplätze zur Verfügung stehen. Vor- und Nachbereitung des Unterrichts nähmen heute viel mehr Zeit in Anspruch als früher, und die vorbereitende Arbeit sei in der Schule auch nicht möglich. Zudem verletze dies den Gleichheitsgrundsatz, wenn andere Beamten hinreichend ausgestattete Arbeitsplätze bekämen, den Lehrerinnen und Lehrern diese aber vorenthalten würden.

Entscheidung im Fall des Monats Januar 2014

Die Gymnasiallehrer stritten ohne Erfolg durch alle Instanzen. Letztlich mochte auch das Bundesverwaltungsgericht keinen Anspruch auf diese Aufwendungen erkennen. Dieser stünde den Pädagogen nur zu, wenn die Kosten für den heimischen Arbeitsplatz eine "unerträgliche Belastung der amtsangemessenen Lebensführung" darstellen würde. Dies sei aber nicht der Fall, da circa 80 bis 100 Euro monatlich an Aufwendungen bei der Einkommenssteuererklärung geltend gemacht werden können. Schließlich könnten sie ihr häusliches Büro auch privat nutzen, entgegneten die Richter.

"Das Gericht betonte außerdem die Flexibilität der Lehrer, außerhalb ihrer Unterrichts- und Anwesenheitspflicht über Zeit und Ort ihrer Dienstleistung selbst bestimmen zu können", erklärt Rechtsanwalt Alexander P. Taubitz. Nach Ansicht des Bundesverwaltungsgerichts stehe auch dieser Vorteil der Belastung entgegen, einen heimischen Arbeitsbereich bereitstellen zu müssen.

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