Den Schulhund von der Steuer absetzen? - Fall des Monats 05/2018

In ihrer jährlichen Einkommenssteuererklärung machte eine Lehrerin aus Rheinland-Pfalz die Kosten für ihren Hund zu 50 Prozent steuerlich geltend. Diese beliefen sich auf über 250 Euro, zu denen noch einmal pauschal 600 Euro für das Futter des Tieres hinzukamen. Wie entschied das Gericht?

Der konkrete Fall

Die Lehrerin begründete die Geltendmachung damit, dass sie den Hund als Schulhund nutze. Der Vierbeiner begleite sie dreimal pro Woche in die Schule. Sie legte zudem ein pädagogisches Konzept und Informationen der Schulaufsichtsbehörde zum Projekt "Hundegestützte Pädagogik in Rheinland-Pfalz" vor.

Das Finanzamt erkannte die Kosten aber nicht als Werbungskosten an. Damit fand sich die Lehrerin nicht ab und der Fall ging vor das Finanzgericht Rheinland-Pfalz. Dieses entschied nun, dass es sich bei dem Hund nicht um ein Arbeitsmittel der Pädagogin handelt. Das Tier diene nämlich nicht hauptsächlich der Erledigung dienstlicher Aufgaben, sondern sei überwiegend dem privaten Bereich der Lehrerin zuzuordnen.

Die Entscheidung des Gerichts

Die Lehrerin aus Rheinland-Pfalz darf die Kosten für ihren Hund, der sie dreimal pro Woche in die Schule begleitet, nicht als Werbungskosten bei ihren Einkünften aus nichtselbstständiger Arbeit abziehen. Das entschied das Finanzgericht Rheinland-Pfalz.

Zwar verbringe der Hund im Rahmen des vorgelegten Projektes Zeit in der Schule, doch für eine Finanzierung aus staatlichen Mitteln - wie etwa bei Sportgeräten - reiche das nicht aus. Zwar könne ein Schulhund den Unterricht zweifelsfrei bereichern, dessen Durchführung hänge aber nicht von dem Tier ab. Der Hund sei auch nicht mit einem Polizeihund vergleichbar, da ein solcher sich im Besitz seines Dienstherren befinde. Das Tier dürfe dann auch nicht im privaten Rahmen genutzt werden - was ihn vom Schulhund der Lehrerin unterscheide.

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