Das neue Urheberrechts-Wissenschafts-Gesetz - Fall des Monats 04/2018

Aus aktuellem Anlass haben wir heute kein Gerichtsurteil für Sie, sondern einen Infotext darüber, wie Sie in Zukunft Medien im Unterricht verwenden dürfen und worauf Sie achten müssen.

Grundlegendes zum neuen Gesetz

Seit dem 1. März 2018 gilt in Deutschland das UrhWissG - das Urheberrechts-Wissenschafts-Gesetz. Es regelt die Möglichkeiten für Lehrerinnen und Lehrer, urheberrechtsgeschütztes Material für den Unterricht zu verwenden.

Das UrhWissG regelt unter anderem die Nutzung von urhebergeschütztem Material zur Herstellung von Schulbüchern und Lehrmedien oder aber zur Veranschaulichung des Unterrichts. Durch das Gesetz soll das zum Teil sehr unübersichtliche Urheberrecht transparenter und klarer werden. Allerdings haben viele der Änderungen ein Ablaufdatum zum 1. März 2023 - als Kompromiss der Koalition. Bevor die Regelungen aber ablaufen, sollen sie evaluiert werden. Wichtig ist, dass im Rahmen des Gesetzes diese Werke nicht für kommerzielle Zwecke benutzt werden dürfen und der Nutzerkreis geschlossen sein muss - wie es beispielsweise im Unterricht der Fall ist.

Die Prozent Regel

Wie bisher dürfen Auszüge aus einem wissenschaftlichen Fachbuch oder einer Fachzeitschrift digitalisiert und auf einer Lernplattform zur Verfügung gestellt werden.

Allerdings legt das Gesetz nun fest, wie lang diese Auszüge sein dürfen. Handelt es sich nämlich um ein "umfangreiches Werk" dürfen Lehrkräfte davon maximal 15 Prozent erlaubnisfrei für die Veranschaulichung des Unterrichts nutzen. Für die Klasse vervielfältigt werden dürfen hingegen 10 Prozent, einzelne Artikel aus Fachzeitschriften aber weiterhin vollständig.

Presseartikel sind tabu

Zeitungen und Zeitschriften werden im UrhWissG nicht gesondert erwähnt. Daher gilt hier eine neue Beschränkung. Artikel aus Zeitungen und Publikumszeitschriften dürfen somit nicht mehr für den Unterricht verwendet werden - auch nicht als Scan digital zur Verfügung gestellt. Sofern nicht anderweitig in Lizenzverträgen geregelt, müssen sich Lehrerinnen und Lehrer hier also an die 15-Prozent-Grenze oder an die Zitatregeln halten.

Zitatregeln im UrhWissG

Hier ändert sich für Lehrkräfte nicht grundlegend etwas. Nach wie vor sind die Regelungen an Zitate aus urheberrechtlich geschützten Werken streng. So darf zum Beispiel der übernommene Inhalt nicht verändert werden und das Zitat darf nicht über einen zweckmäßigen Umfang hinausgehen. Neu ist allerdings, dass diese Regelungen auch für Abbildungen des zitierten Werks gelten. So dürfen Lehrerinnen und Lehrer beispielsweise ein Foto einer Skulptur verwenden und sich in den Ausführungen nicht mit dem Foto an sich, sondern mit dem darauf zu sehenden Objekt beschäftigen.

Noch mehr Fälle des Monats

In Kooperation mit

Deutsche Anwaltshotline

Der "Fall des Monats" wird angeboten in Zusammenarbeit mit der Deutschen Anwaltshotline.