Fall des Monats: Mehr Sicherheit in sozialen Netzwerken

Veröffentlicht am 03.03.2010

Dieser Beitrag hilft Ihnen dabei, Schülerinnen und Schüler im Rahmen der Berufsvorbereitung für den bewussten Umgang mit der Datenfreigabe in sozialen Netzwerken zu sensibilisieren.

Kurzantwort

Deutsche Betreiber sozialer Netzwerke, auch Social Networks genannt, sind den strengen deutschen Datenschutzgesetzen, in denen die EU-Richtlinien umgesetzt wurden, unterworfen. Netzwerkbetreiber aus den USA für die grundsätzlich das gemäßigte amerikanische Datenschutzgesetz gilt, schließen oftmals eine besondere Datenschutzvereinbarung ab, um EU-weit anerkannt zu werden. § 1 Absatz 1 BDSG lautet: "Zweck dieses Gesetzes ist es, den Einzelnen davor zu schützen, dass er durch den Umgang mit seinen personenbezogenen Daten in seinem Persönlichkeitsrecht beeinträchtigt wird." Grundsätzlich muss jeder über die Verwendung seiner persönlichen Daten informiert werden und deren Nutzung aktiv zustimmen. Neben dem gesetzlichen Schutz von persönlichen Daten haben die Nutzer von Netzwerken die Möglichkeit, sich durch die Verwendung von Nicknames, bewusster Datensparsamkeit und die Veränderung von Standardeinstellungen selbst zu schützen. Für die Verwendung fremder Inhalte ist grundsätzlich die Zustimmung der Rechteinhaber einzuholen. Die freie Meinungsäußerung wird durch das Grundgesetz geschützt. Die Nutzer von Netzwerken sollten sich jedoch bewusst sein, dass persönliche Äußerungen (fast) jedem zugänglich sind.

Checkliste im Umgang mit sozialen Netzwerken

Um mehr Sicherheit im Umgang mit sozialen Netzwerken zu gewinnen, kann die Einhaltung einfacher Regeln hilfreich sein. Die folgende Liste können Sie Ihren Schülerinnen und Schülern (Empfehlung ab dem zwölften Lebensjahr) als Leitfaden an die Hand geben. Da die Liste aus Gründen der Übersichtlichkeit nur knapp gefasst ist, empfiehlt es sich, vorab die einzelnen Punkte mit den Lernenden eingehend zu besprechen.

Fazit

Soziale Netzwerke sind aus dem Leben der meisten Schülerinnen und Schüler nicht mehr wegzudenken. Im dritten Quartal 2009 gab es laut einer Erhebung des Marktforschungsinstituts Comscore 26,4 Millionen aktive Nutzer pro Monat auf Plattformen wie SchülerVZ oder Facebook. Die Zahl der Nutzer steigt stetig. Vielfach haben diese Portale herkömmliche Treffpunkte wie Sportplätze und Cafés längst abgelöst. Dabei gehen die Schülerinnen und Schüler meist sehr freimütig mit ihren persönlichen Informationen und Bildern um. Von der Zugriffskontrolle, die den Schutz der Privatsphäre durch die Veränderung der Standardeinstellung sichert, machen nur wenige Gebrauch. Meist ist den jungen Nutzern die Gefahr des möglichen Datenmissbrauchs durch andere nicht bewusst, aber auch der Gruppenzwang im Netzwerk bestimmt den sorglosen Umgang mit den persönlichen Daten. Die Eltern sind oftmals in technischer und rechtlicher Hinsicht im sichern Umgang mit den virtuellen Netzwerken überfordert. Da der leichtsinnige Umgang mit den Daten auch berufliche Nachteile für die Schülerinnen und Schüler mit sich bringen kann, sind hier die Lehrkräfte als sensibilisierende Aufklärer gefragt.


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Avatar Nadja Tholen

ist Wirtschaftsjuristin und Betriebswirtin. Sie war bis September 2010 als Projektleiterin bei der lo-net GmbH tätig. Sie konzipiert E-Learning-Programme unter anderem zum Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz und erstellt als pädagogische Mitarbeiterin Web Based Trainings für verschiedene Fernlehrinstitute.

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