Obhutsbeziehung nur im Regelunterricht? Fall des Monats 09/2014

Veröffentlicht am 01.09.2014

Es handelt sich nicht erst dann um einen sexuellen Missbrauch Schutzbefohlener, wenn der Beklagte ein Klassen- oder Fachlehrer einer Schülerin ist, sondern auch dann, wenn der Lehrer etwa nur ihre Arbeitsgruppe leitete. Auch dann sei eine Obhutsbeziehung gegeben, urteilte der Bundesgerichtshof und wies die Revision eines beklagten Lehrers ab.

Entscheidung im Fall des Monats September 2014

Die letzte Instanz des Bundesgerichtshofs stellte letztlich klar, dass die erforderliche Obhutsbeziehung nicht nur beim verbindlichen Regelunterricht von Klassen- oder Fachlehrern gegeben ist. Auch ein freiwilliger Kurs sei eine Veranstaltung mit schulischem Bildungs- und Erziehungsauftrag, worin noch nicht ausgereifte Persönlichkeiten einer Autoritätsperson unterstellt sind. "Wie im Pflichtunterricht war die Schülerin seinen Ratschlägen und Weisungen untergeordnet", erklärt Rechtsanwältin Jetta Kasper von der Deutschen Anwaltshotline die Gerichtsentscheidung. Nach Ansicht des Bundesgerichtshofs ist die Schülerin hier genauso eine Schutzbefohlene gewesen.


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