Namensnennung in Buch - Fall des Monats 11/2015

Veröffentlicht am 01.11.2015

Nürnberg (D-AH/js) – Eine Lehrerin, die ein Buch über ihre ehemaligen Grundschüler schreibt, darf vollständige, richtige Namen nicht ohne Zustimmung nennen. Das gilt besonders dann, wenn die Schülerin negativ dargestellt wird. So entschied der Bundesgerichtshof (Az. VI ZR 175/14).

Entscheidung im Fall des Monats November 2015

Das Bundesverfassungsgericht gab dem Mädchen recht. Die Lehrerin habe das Persönlichkeitsrecht der Schülerin verletzt, da die veröffentlichte Identität die kindgemäße Entwicklung störe. "Ohne die Einwilligung des Mädchens und ihrer Familie hätte die Lehrerin es in ihrem Buch nicht namentlich erwähnen dürfen", erklärt Rechtsanwältin Ulrike Westhauser die gesetzliche Grundlage. Das Recht der Lehrerin, ihre Meinung frei zu äußern, tritt dabei in den Hintergrund. Die Lehrerin muss deswegen eine Entschädigung an die Schülerin zahlen und zukünftig nur anonymisierte Namen verwenden.


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